Wrong Facts und Irrtümer zum Thema Reiki © 2010 & 2014

Die ersten Veränderungen an der originalen Reikimethode aus Japan nahm Frau Takata vor, als sie das, was sie von ihrem japanischen Lehrer gelernt hatte, den amerikanisch-westlichen Denkgewohnheiten anpasste, um Reiki in den USA verbreiten zu können. Ohne diese Veränderungen wäre es vielleicht niemals zu der weltweiten Verbreitung von Reiki gekommen, weswegen man sagen kann, dass es klug war, so zu handeln. Reiki ist eine offene spirituelle Heilkunst, die sich entwickeln und mit der Zeit gehen soll.


Jedoch wurden immer mehr Zugeständnisse an die New Age Bewegung, die Hippies, die Yogis, die amerikanisch-christliche Kultur usw. gemacht, so dass sich dieses westliche Reiki immer mehr vom Original entfernte, und es so zu zum Teil wirren Mischungen von Philosphien, Heilslehren, Engeltheorien, christlicher und jüdischer Mysthik und allerlei esoterischen Spinnereien aus aller Welt mit Reiki kam. Ende der 1980er kam es „im Westen“ zu einer „Meister“-Inflation, durch die Reiki sich mehr und mehr verbreitete.   


Einige findige „Quacksalber“ kamen auch schnell dahinter, dass man in dem damaligen „Esoterik-Boom“ mit Reiki einen „schnellen Dollar“ verdienen konnte und nutzen bis heute die Neugier und die spirituelle Suche vieler Menschen aus, um sich an ihnen zu bereichern. Nach wie vor gilt es, vorsichtig zu sein, bei der Lehrersuche.


Da sie sich auf meiner Seite über Reiki informieren, möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige Irrtümer als solche zu outen. Ich berufe mich dabei u.a. auf Forschungen zu den Themen Mikao Usui und Reiki aus den letzten 20 Jahren von renommierten Autoren wie Mark Hosak, F.A.Petter, Frans Stiene, W.L. Rand und weiteren. Dank dieser Forschung wissen wir heute wieder mehr über Sinn & Zweck von Reiki, und erkennen Reiki als eine spirituelle Heilkunst, die das Ziel hat, dem Körper und dem Geist zu helfen, sich selbst zu heilen.


Mir liegt Reiki sehr am Herzen, und ich möchte gerne, dass die Reikimethode sich zu einem anerkannten Beruf im ganzheitlichen und integrativen Heilwesen entwickeln kann. Meiner Meinung nach muss sich die seriöse, professionelle Reikiwelt mehr und mehr von Spinnerei und „wrong facts“ befreien, um dieses Ziel erreichen zu können.

Folgende „Fakten und Ansichten“ der Reikilehre gelten inzwischen als „nicht haltbar“



Mikao Usui hat erst 1922 angefangen Reiki zu unterrichten

Laut Aussage einer buddhistischen Nonne, die bei ihm lernte, und die noch bis in die 2000er lebte, hat er das schon vorher getan. Nach seiner Erleuchtung im März 1922 hat er seinen Unterricht auf „weltliche“ Kreise ausgedehnt, weil er durch die Erleuchtung, die Fähigkeit erlangt hat, Menschen energetisch auf Reiki einzustimmen.


Mikao Usui war Christ und auf der Suche nach der Heilkraft von Jesus

Das war er bestimmt nicht, denn er war Laien-Mönch der tantrisch-buddhistischen Tendaischule. Laienmönche dürfen auch ausserhalb des Klosters leben und eine Familie haben. Sein klösterlich-buddhistischer Name war „Gyohan“, was soviel wie „gespanntes Segel in der Morgenröte“ bedeutet. Er stammt aus einer alten Samuraifamilie und ist auf einem buddhistischen Friedhof beerdigt. Sein gesamtes Wirken und Forschen in den „magischen“ Bereichen des Shintoismus, des Taoismus und des tantrischen Buddhismus widerspricht komplett dem, was ein Christ tun darf und tun würde.


Reiki heißt übersetzt „universelle Lebensenergie“

Eine eher moderne Übersetzungsmöglichkeit für das japanische Wort „Rei“ ist Universum. Frau Takata wird für die USA die Übersetzung „Universal Energy“ gewählt haben, weil sie damit sowohl die New Ager und Hippies bedienen und gleichzeitig die Christen nicht „verprellen“ konnte. Ein Japaner aus der Zeit von Usui würde es als „spirituelle Lebensenergie“ übersetzen, weil mit „Rei“ eigentlich nicht das Universum gemeint ist, so wie wir es uns heute vorstellen, sondern eine Kraft, die alles im Universum durchdringt und ordnet. „Alles“ ist immer nur eine Spielart von Energie, von Ki. Mal fest, mal flüssig, mal gasförmig, mal nur ein Gedanke und mal die Kraft die einen Atomkern zusammenhält. Andere Übersetzungsmöglichkeiten sind „spirituelle Kraft“ aber auch „mystische Kraft“ oder sogar „mysthische Atmosphäre“. Reiki kam aber schon vor Frau Takata in die USA, und zwar in den 1930ern mit japanischen Auswanderern. Sie nannten diese Heilkunst damals „Metaphysical Healing“.



Folgende „Informationen“ kursieren leider immer noch in der Reikiwelt


Für Reikieinweihungen und Anwendungen darf man kein Geld nehmen

Das ist eine westlich „verblühmte“ Sichtweise auf spirituelle Praxis und rührt aus einer zum Teil religiös motivierten Abwertung von Geld an sich. Abgesehen davon wird nicht „Reiki“ berechnet und bezahlt, sondern die Arbeitszeit und der Zeit- und Arbeitsaufwand, den ein Reikilehrer z.B. mit der Vorbereitung und dem Halten eines Seminars hat. Gute Reikilehrer haben auch jede Menge Geld und Zeit in ihre Ausbildung investiert.


Um „richtig“ und in vollem Umfang mit Reiki spirituell Heilkunst betreiben zu können, braucht man den Meistergrad

Achtung: Das ist eine Abzocker-Phrase! Der Meistergrad verstärkt die Energie nicht! Die Energie „verstärkt“ sich durch Praxis! Ob 1. oder Meistergrad ist dabei egal! Eine gute Ausbildung zum Reikimeister befähigt zum Einen, selbst Reikischüler annehmen zu können und unterstützt zum Anderen diejenigen, die Reiki für sich ganz privat „meistern“ möchten, sich persönlich auf ihrem Meisterweg in Begleitung eines versierten Lehrers entwickeln zu können. Den Meistergrad braucht man für die Reikipraxis nur dann, wenn man selber unterrichten und einweihen möchte.


Ein Reikimeister ist erleuchtet

Trifft auf mich nicht zu und ich habe auch keinen kennengelernt. Überhaupt sollte man vorsichtig sein, mit „Meistern“, die das von sich behaupten.


Reikisysteme die Lizenzen verkaufen sind qualitativ geprüft und „besser“

Nein. Eine Lizenz ist lediglich eine Erlaubnis, die der L-geber dem L-nehmer erteilt, z.B. einen von ihm geschützten Namen zu verwenden. Eine Lizenz sagt nichts über die Qualität der Seminare und Ausbildung aus und widerspricht dem Wunsch von Mikao Usui, dass sich seine spirituelle Heilkunst, die laut seinen Worten „niemandem gehört“, frei in der ganzen Welt verbreiten kann.


Es gibt auch  „böse“ Energieübertragungen …

Da niemand im Universum vollkommen gut oder böse sein kann, funktioniert ein derartiges Denken nicht. Hier greift mehr die esoterische Spinnerei oder Hetze von religiösen Sekten, die es nicht gerne sehen, wenn ihre Schäfchen sich abnabeln und spirituell mündig machen. In der ganzheitlichen und spirituellen Heilkunst kann es zu sogenannten Heilreaktionen kommen. Menschen die nicht gelernt haben, für ihre Gefühle Verantwortung zu übernehmen, schieben die Ursache für unerwünschte körperliche oder emotionale Zustände gerne mal auf „satanische Kräfte“ oder „negative Energien“.  Um diesbezüglich Bewusstsein zu entwickeln bietet sich besonders die spirituelle Geistheilung mit dem 2. Grad Reiki an sowie Meditationen aus dem Shingon Reiki.